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Als ich am Morgen des 02.10.07 aufwachte ( es war bereits Mittag) spuehrte ich etwas nasses meine Innenschenkel hinunterlaufen. Ich dachte zuerst an eine moegliche Schwangerschaftsdimenz oder sowas. Keine Ahnung. Der Gedanke, es koenne Fruchtwasser sein schob ich jedenfalls recht schnell zur Seite. Ich verspuehrte jedoch den ganzen Tag ueber leichte Wehen, was mir dann doch zu denken gab. Auch der sogenannte "Schleimpfropf" loeste sich. Aber das kann er ja auch einige Tage vor der Geburt. Also auch noch kein Grund sich Gedanken zu machen. Die Wehenschmerzen wurden ueber den Tag hinweg immer ein wenig staerker. Doch ich hatte immernoch nicht das Gefuehl, dass ich jemanden Bescheid geben musste. Mein Mann wunderte sich nur ab und an warum ich hin und wieder stehen blieb und tief ein und ausatmete. Ich beruhigte ihn aber jedesmal, erzaehlte ihm jedoch nichts von Wehen.

Gegen 23.00 Uhr beschlossen wir uns den Film Findet Nemo anzuschauen. Und ich war schon kraeftig am Wehen verarbeiten. Jede Sitzposition gefiel mir auf Dauer nicht.

Bis gegen 03:00 Uhr morgens des Folgetages kam ich mit den Wehen noch klar. Ich schmierte mir 2 Toast und sagte anschliessend meinem Mann er solle am besten noch etwas essen. Er fragte mich warum er das tun solle , er habe noch keinen hunger, da er erst vor einer Weile etwas gegessen hatte.

Ich meinte nur, dass wir in einer Stunde ins Krankenhaus fahren muessen, wenn meine Wehen nicht schwaecher werden.

Wie? Wehen? Woher? Seid wann? Trotzdem nahm er meinen Ratschlag nicht an. Wahrscheinlich auch, da er die Situation nicht fuer voll nahm. Er bereuhte diese Entscheidung spaeter.

Ich meinte wir sollen uns noch ein wenig hinlegen, damit wir noch ein bisschen Kraft tanken konnten. Doch sobald ich lag, kam ich mit den Schmerzen so garnicht mehr klar. Ich musste sitzen. Da ich so langsam dann doch ein mulmiges Gefuehl bekam ging ich zu der Wohnung meiner Mutter, die im gleichen Geschoss liegt wie die unsere. Ich ging in ihr Schlafzimmer und sagte: "Mama ich brauche deine Hilfe, ich krieg die Wehen nicht veratmet."

Mama war sofort wach und fragte in welchen Abstaenden die Wehen kamen und schickte Kris und mich sofort mit einem Taxi ins Krankenhaus.

Dort angekommen wurden natuerlich ersteinmal die notwendigen Untersuchungen gemacht. Ein letzter Ultraschall unserer Maus, einmal Muttermund fuehlen, ein CTG schreiben , was ich wieder doof fand , weil ich liegen musste und einen Venenzugang bekam ich auch noch gelegt.

Meine Fruchtblase war dann doch schon am Vortag um 12 Uhr Mittags geplatzt und es blieb nur noch eine kleine Vorblase, welche die Hebamme manuell oeffnete. Zur Wehenfoerderung schloss man mich an einen Wehentropf , der eine sofortige tolle Wirkung erzielte. Aufeinmal waren die Wehen noch staerker. Kris hiefte mich zu jeder Wehe hoch, da ich im Liegen immer verloren gewesen waere. Mama war inzwischen auch da und half mir die Wehen zu veratmen.

Der Tropf wurde regelmaessig hoeher gestellt und ich bat schon bald um ein schmerzlinderndes Mittel welches zunaechst in Form eines Zaepfchen kam. Spaeter bekam ich ein weiteres ueber einen zweiten Tropf und noch spaeter eins durch eine Injektion in meinen Po.

Die Wehen wurden staerker und staerker. Ich atmete eine um die andere weg und machte meine Aufgabe recht gut. Die Aussage der Muttermund sei nun schon um 4 cm weit offen hellte meine Stimmung ein wenig auf.Die ersten cm sind ja immer die schwersten.

Irgendwann bat ich nach einer PDA, da mich die Schmerzen langsam zu uebermannen drohten. Das setzen der PDA war eine grosse Herausforderung fuer mich. Nicht nur, weil ich sowieso Panik vor Nadeln habe, sondern auch weil ich mich trotz Wehe entspannen sollte und ganz ruhig sitzen bleiben musste. Beim ersten Versuch trat dem Anaestesist eine Vene in den Weg. Bei Versuch Nr. 2 traf er einen Nerv von mir gleich 2 mal, so dass ich das Gefuehl hatte ich bekaeme einen Stromschlag in meinem linken Bein. Ich war am verzweifeln und schickte bereits Stossgebete zum lieben Gott. Der Anaestesist versuchte es eine Ebene hoeher und nach einer Weile klappte es auch endlich.

Leider bewirkte die PDA nichts und so brach eine Wehe nach der anderen auf mir zusammen. Ich hatte nichteinmal mehr Kraft zum Schreihen. Irgendwann musste ich mich mehrmals uebergeben. Ein gutes Zeichen. Meine Mutter hatte inzwischen mit jemanden geredet und die PDA wurde endlich hoeher gestellt und begann Wirkung zu zeigen. Ich hatte aber schon keine Kraft mehr und war nur noch "unter den Lebenden" wenn eine Wehe kam. Ansonsten war ich immer total weckgesackt.Irgendwann fragte ich meine Mutter, ob Frauen bei einer Geburt sterben koennen, auch wenn ich die Antwort wusste. Sie meinte nur, es wird alles gut.Die Schmerzen der Wehen schienen mich in Stuecke zu reissen.

Als ich einmal wach war, merkte ich wie meine Mutter und Kris besorgt auf das CTG schauten und die Hebamme informierten. Kurze Zeit spaeter war der Kreissaal gefuellt mit Hebammen, Aerzten, Krankenschwestern.

Ich wusste, aufgrund meiner Zeit auf der Gyn II in Bad Saarow, was mich nun erwartete. Mama und Kris versuchten mir die Sicht zu nehmen, doch ich hatte keinerlei Angst vor dem was mich erwartete.

Der Arzt setzte eine Betaeubungsspritze. Was ein Riesenteil.Doch ich spuehrte Nichts davon. Er machte einen Dammschnitt und der Oberarzt erklaerte ihm kurz den Umgang mit der Zange. Ich spuehrte einen kurzen Ruck als er die Zange ansetzte, aber keinen Schmerz. Mir gab man die Anweisung , dass ich nun Pressen duerfte, was ich auch sehr sehr gerne tat. Ich am Pressen, ein Arzt am ziehen mit der Zange und irgendwer der mir auf meinem Bauch rumdrueckte. Der Kopf war draussen. Der Arzt machte den fatalen Fehler zwischen den Wehen zu ziehen, was zur Folge hatte dass ich "unten" heftig aufriss. Dabei wurden zwei Venen zerrissen und ich verlor Blut ohne Ende. Dank der nun sehr hochgestellten PDA spuehrte ich aber von allem dem Nichts. Eine naechste Wehe kam und ich spuehrte wie die Schultern meiner kleinen Maus ihren Weg nach draussen fanden. Was ein unbeschreibliches Gefuehl. Mit meiner allerletzten Kraft lehnte ich mich nach vorne und nahm mein Kind in dem Moment , in dem es aus mir raus kam, an mich. Ich wollte unbedingt der erste Mensch sein, den mein Kind auch ausserhalb des Bauches spuehrt.

Ich lag da, mit einem Blutverschmierten kleinem Etwas auf mir und war seelig. Mein erster Gedanke war:"Nun hast du sie wenigstens noch gesehen bevor du stirbst." Ich heulte und meinte immernur wie wunderschoen sie ist. 10 Zehen, 10 Finger, eine Nase- Wahnsinn. Ein Blick zum Papa- Traenen in den Augen. Ich hoerte nur ein , von Freudentraenen fast ersticktes, "Thank you" an mich, und bekam einen Kuss. Die frisch gebackene Oma hatte ebenfalls Traenen in den Augen.

Ich spuehrte wie ich wegsackte und sagte Kris er solle die kleine festhalten und schon war ich ohnmaechtig.

Was in der folgenden Stunde passierte , weiss ich vorallem aus erzaehlungen meiner Mutter, da Kris mit der Kleinen mit zu der U1 gegangen ist.

Man wechselte sofort den Wehentropf gegen einen anderen. Was genau das war, weiss ich nicht. Man versuchte die Blutungen zu stoppen und vernaehte mich ueber eine Stunde lang.Zwischendurch wurde ich scheinbar mal ein wenig wach, und fragte nur nach meinem Baby. Die reaktion der Hebamme war lediglich: Ihr Kind ist mir gerade sowas von egal, wir muessen zusehen, dass wir sie zurueckholen!

Nach Aussagen meiner Mutter stand ich kurz vor einer Blutfusion. Waeren die Aerzte nicht so kompetent gewesen oder waere es vor 10,20 oder 30 Jahren gewesen , haette ich die Geburt wohl nicht ueberlebt.

Ich danke Gott dafuer, dass er meiner Maus und mir zu diesem Zeitpunkt so viele Schutzengel geschickt hat. Meine Wunden werden irgendwann verheilen. Und mein Bluthaushalt wird sich normalisieren ect.

Jetzt, wo meine kleine fast zwei Wochen alt ist, kann ich noch nicht viel machen. Ich muss liegen, habe Schmerzen, nehme Schmerzmittel.

Wenn ich mir dann meinen kleinen Engel anschaue denke ich mir trotzdem: Du wuerdest fuer sie jeden Tag nocheinmal diese Schmerzen durchleben, nur damit sie bei dir sein kann.

Ganz gleich, wie nervig so manche Tage der Schwangerschaft waren,

Ganz gleich, wie schmerzhaft die Geburt fuer mich war,

ganz gleich , wie sehr mein Mann und meine Mutter gelitten haben, als sie mich leiden sahen.

Ganz gleich, welchen Schmerz ich auch jetzt noch habe und haben werde:

Es war es wert und wird es immer sein. Sie ist so bezaubernd!


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